Recruiting per WhatsApp: So beschleunigen Sie den Bewerbungsprozess
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Stellen Sie sich vor: Ein junger Mensch sieht Ihren TikTok-Beitrag von einer Baustelle, findet ihn überzeugend, will sich bewerben. Er öffnet Ihre Website, landet auf dem Bewerbungsformular – und schließt den Browser wieder. Nicht weil er kein Interesse hat, sondern weil das Formular zu viel verlangt.
Dasselbe passiert beim Quereinsteiger, der nach zehn Jahren in der Automobilindustrie offen für etwas Neues ist. Oder beim erfahrenen Bauhelfer, der den nächsten Schritt machen möchte. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind auf WhatsApp.
Traumhafte Öffnungsrate
Hinzu kommt ein Vorteil, den viele unterschätzen: Rund 98 Prozent aller WhatsApp-Nachrichten werden gelesen. Eine solche Öffnungsrate ist bei E-Mails undenkbar. Eine Termineinladung oder Rückfrage landet also nicht im Spam-Ordner, sondern wird gelesen. Über einen Click-to-Chat-Link oder einen QR-Code gelangen Bewerber direkt in den Bewerbungsdialog. Die meisten Bewerber benötigen dafür etwa zweieinhalb Minuten und stellen dabei zuverlässig alle gewünschten Angaben zur Verfügung.
Um Whatsapp im Recruiting zu nutzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
WhatsApp Business App – für den ersten Test
Kostenlos, schnell eingerichtet, mit automatischen Begrüßungsnachrichten und einfacher Bewerberverwaltung per Label. Für einen ersten Test geeignet. Wichtig: Die einzig datenschutzkonforme Lösung für mobiles Recruiting über WhatsApp ist die WhatsApp Business API. Nur durch deren Nutzung können Unternehmen den Bewerbungsprozess rechtskonform gestalten. Bei Nichteinhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) drohen Abmahnungen, empfindliche Strafen und hohe Prozesskosten.
WhatsApp Business API über zertifizierte Anbieter – die empfohlene Lösung
Das ist der DSGVO-konforme Standard für professionelles Recruiting. Spezialisierte Anbieter haben fertige Lösungen, die sich ohne IT-Abteilung einrichten lassen. Bewerber scannen den QR-Code, geben zunächst ihr Einverständnis zur Datenschutzerklärung und starten dann das automatisierte Interview – Schritt für Schritt durch vordefinierte Fragen, mit minimalem Schreibaufwand.
Integration ins Bewerbermanagementsystem
Je nach Software lassen sich WhatsApp-Recruiting-Kanäle integrieren. Bewerberdaten landen dann automatisch in der Kandidatenliste des Bewerbermanagementsystems. Das lohnt sich bei regelmäßiger Nutzung und erspart doppelte Datenpflege.
Folgende Regeln sollten Sie immer beachten:
Bewerber kontaktieren immer zuerst: Geht der Erstkontakt vom Bewerber aus, ist die rechtliche Grundlage deutlich stabiler. Schicken Sie niemals unaufgefordert Nachrichten an potenzielle Kandidaten.
Einwilligung vor dem ersten Chatbot-Schritt: Vor jedem automatisierten Interview sollte die Datenschutzerklärung eingeholt werden. Das stellt das Bewerbungsverfahren auf rechtlich sichere Füße.
Keine sensiblen Dokumente über WhatsApp: Zeugnisse und andere persönliche Unterlagen gehören nicht in den Chat. WhatsApp ist der erste Schritt, nicht das gesamte Bewerbungsverfahren.
So starten Sie konkret
Sie brauchen keinen IT-Spezialisten. Ein realistischer Einstieg sieht so aus:
1) Einen zertifizierten API-Anbieter auswählen und eine dedizierte Recruiting-Nummer einrichten.
2) Eine automatische Begrüßungsnachrichthinterlegen – zum Beispiel: „Hallo! Schön, dass du dich für uns interessierst. Wie heißt du und für welche Stelle möchtest du dich bewerben?“
3) Links und QR-Codes zur Kontaktaufnahme generieren und konsequent überall platzieren: an Firmenfahrzeugen und Bauzäune, in Stellenanzeigen, in Social Media, auf Flyern und in Broschüren.
4) Intern klären, wer antwortet und wie schnell. Setzen Sie außerdem Ihre eigenen Mitarbeiter als Multiplikatoren ein: Teilen Sie offene Stellen intern per WhatsApp und bitten Sie Ihr Team, sie an Freunde oder Bekannte weiterzuleiten.
Ergänzung bestehender Recruiting-Kanäle
Sie sehen: WhatsApp kann den Einstieg in den Bewerbungsprozess deutlich vereinfachen. Der Messenger ersetzt keine bestehenden Recruiting-Kanäle, aber ergänzt sie sinnvoll. In Kombination mit klassischen Wegen entsteht so ein flexibler Ansatz, der verschiedene Zielgruppen erreicht und den Zugang zur Bewerbung insgesamt erleichtert.

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